Aktuelles
Innenstadtentwicklung im Fokus
Rückblick auf das 3. #MoersMacherInnen-Netzwerktreffen
Am Dienstag, den 10. Februar, folgten rund 100 Vertreter:innen aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungsgewerbe der Einladung von Moers Marketing zum 3. #MoersMacherInnen-Netzwerktreffen. Die Besucher:innen nutzten die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und gemeinsame Perspektiven für den Standort Moers. Begrüßt wurden sie an diesem Abend von Michael Kersting, Geschäftsführer von Moers Marketing und Initiator der Veranstaltung.
100 Tage „Miteinander Moers“
Den Auftakt der eingeladenen Referent:innen machte Bürgermeisterin Julia Zupancic, die auf ihre ersten 100 Tage im Amt zurückblickte. Unter dem Leitmotiv „Miteinander Moers“ stellte sie den Dialog und die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt ihres Handelns. So sollen künftig z. B. neue Beteiligungsformate den Austausch weiter stärken – bewusst auch außerhalb des Rathauses und auf Augenhöhe. Auch aktuelle Projekte wurden angesprochen: Gespräche zum Hotelneubau mit Van der Valk wurden wieder aufgenommen, für das ehemalige Finanzamtsgebäude wurde der Zuschlag erteilt und die Planungen für das Areal rund um die Mühlenstraße sollen gebündelt weiterentwickelt werden. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage betonte die Bürgermeisterin einen verantwortungsvollen Umgang mit den Stadtfinanzen.



Innenstadtumbau: Stand und Ausblick
Einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand der Modernisierung der Innenstadt gab Dr. Kai Steinbrich, Vorstandsmitglied der ENNI Stadt & Service Niederrhein AöR. Das Maßnahmengebiet umfasst rund 2,2 Kilometer Fußgängerzone mit etwa 260 Gebäuden. Neben der Erneuerung des Kanalnetzes und der Versorgungsleitungen sind zudem Erweiterungen u. a. des Fernwärmenetzes und der Straßenbeleuchtung geplant. Der erste Teilabschnitt des ersten Bauabschnitts ist seit November 2025 abgeschlossen. Weitere Teilabschnitte folgen bis Ende 2026. Archäologische Funde, wie ein mittelalterlicher Kanal, zeigen zugleich die historische Tiefe des Stadtkerns und machen die Baumaßnahme anspruchsvoll. Ziel des Gesamtprojekts ist eine zukunftsfähige Infrastruktur, eine ansprechende Oberflächengestaltung und somit eine attraktive und leistungsfähige Innenstadt.
Baustellenkommunikation: informieren, begleiten, einbinden
Wie die Modernisierung kommunikativ begleitet wird, erläuterte Corinna Joppien, Projektleitung der Stadt + Handel GmbH. Ziel ist es, transparent zu informieren, Ansprechbarkeit sicherzustellen und Betroffene frühzeitig einzubinden. Zum Einsatz kommen u. a. Website und Blog, E-Mail-Service, eine Hotline, Flyer, Bauzaunbanner und mehr. Für besonders betroffene Bereiche – wie aktuell die Fieselstraße – wurde ein Begleitservice eingerichtet, um die Zugänglichkeit während der Bauphase sicherzustellen. Darüber hinaus soll der bundesweite Tag der Städtebauförderung, der 09. Mai 2026, Gelegenheit bieten, gemeinsam einen spannenden Aktionstag für Klein und Groß zu gestalten. Geplant sind Informationsangebote, Baustellenführungen und Mitmachaktionen, um die Umgestaltung sichtbar und erlebbar zu machen.
Herausforderungen und Chancen für die Innenstadt
Michael Kersting stellte die aktuellen Rahmenbedingungen für den stationären Handel dar. Verändertes Konsumverhalten, ein zurückhaltendes Konsumklima sowie Fach- und Arbeitskräftemangel stellen viele Betriebe vor Herausforderungen. Hinzu kommen die Belastungen durch die laufenden Baumaßnahmen im Rahmen der Umgestaltung der Moerser Innenstadt. Gleichzeitig gibt es positive Signale: Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland steigt kontinuierlich und die Moerser Innenstadt verzeichnet weiterhin Rekordbesuchszahlen. Außerdem stellte Kersting noch einmal Projekte wie die Moers Card und den digitalen Adventskalender ‚Moers erleben‘ vor und rief zur aktiven Teilnahme der Geschäftstreibenden auf. Zudem warb er für eine stärkere Beteiligung an Gemeinschaftsaktionen wie den verkaufsoffenen Sonntagen.
Künstliche Intelligenz im Einzelhandel
Einen praxisnahen Impuls lieferte Philip Leuchtenberg, Geschäftsführer der Pixelnerds GmbH. Anhand eines Live-Durchlaufs zeigte er, wie künstliche Intelligenz im Einzelhandel eingesetzt werden kann – von Marktanalysen über Text- und Bildgenerierung bis hin zur schnellen Erstellung von Aktions-Webseiten. Dabei wurde deutlich: KI kann Prozesse beschleunigen und Ressourcen sparen, ersetzt jedoch nicht die persönliche Beratung und Empathie im stationären Handel. Rechtliche Sensibilität und menschliche Kontrolle bleiben zentrale Voraussetzungen.

Fotos: Bettina Engel-Albustin/Moers Marketing